TuS "Freiheit" Herten e.V.

Geschichte


Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei - Das bedeuten die vier F, die aus alter Zeit auf den Fahnen der Turnvereine zu finden sind. Heute müsste man andere Buchstaben wählen ein F für Fun, ein C für Coolness, ein T für Trend, K für Kontakt.

Genau das ist es, was der TuS Herten heute versucht. Er will den Spaß am Sport vermitteln, möchte der Jugend offen gegenüber treten, die neusten Sportarten weitervermitteln und in der heutigen Zeit eine Kontaktbörse sein, in der die Menschen zueinanderfinden und zusammen Spaß und Geselligkeit erleben.

Mit mittlerweile fast 750 Mitgliedern ist der TuS der größte Verein im Ort. Er ist ein reiner Breitensportverein, der die Menschen von den Fernsehern weglocken und ihnen zeigen will, wie gut es tut in Gesellschaft Sport zu treiben.
Mit einem Angebot von derzeit 23 Gruppen und 5 Kursen bietet der Verein für jedes Alter etwas, vom Kleinkind bis zum Rentner. Hierzu stehen ihm die vereinseigene Halle und die Scheffelhalle zur  Verfügung. Ganz anders als in den Anfängen des TuS.

Als  am 19. Juli 1919 27 Männer (heute kaum zu glauben, da 2/3 der Vereinsmitglieder Frauen sind) im Gasthaus Engel den Turnverein aus der Taufe gehoben haben, wurde unter primitivsten Mitteln in der Engel-Scheune, im Schulhausflur und im Bahnhofsrestaurant geturnt.

Gaufest 1930 in Herten mit Festumzug und 500 Turner

(Bild: Gaufest 1930 in Herten mit Festumzug von 500 Turnern, Haus im Vordergrund ist der heutige "Schwarzer Adler")

 

 

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(Bild von 1929. Schlußturnen vor dem alten Schulhaus)

 

Erst 1931 wurde der Bau einer eigenen Turnhalle verwirklicht. Die wenigen Mitglieder setzten ihre Arbeitskraft und ihre finanziellen Mittel ein, um sich den Traum eines Ortes der turnerischen Begegnung zu erfüllen. Der Tiefpunkt ließ aber nicht lange auf sich warten. 1933 wurde der Turnverein entschädigungslos aufgelöst, in einen Sportverein umgewandelt und in den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen aufgenommen.

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(Bild: Sommer 1933 Turner des TuS vor der eigenen Turnhalle)

 

Viele Turner mussten im 2. Weltkrieg an die Front und kehrten nicht mehr zurück. Mit der Unterstützung der Besatzungsmächte und einiger verbliebener Gründungsmitglieder konnte der Verein 1946 wieder neu aufgebaut bzw. zum 2. Mal gegründet werden. Um politische Unabhängigkeit deutlich zu machen stellte man das Wort „Freiheit“ in den Vereinsnamen.

Josef Übelin stand fortan an der Spitze des Vereins bis 1964 Ernst Dietsche das Zepter übernahm. Mit der „Epoche Ernst Dietsche“ gab es nun endgültig den Durchbruch in Aufbau, Ausbau, Demokratisierung und Unterstützung der Jugend innerhalb des Vereins. Sportgeräte wurden angeschafft und in eine Sportanlage (Sprunggrube und Sprintstrecken) auf dem Vereinsgelände investiert.

 

1979 -1982 wurde dann unter enormem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz der Mitglieder die TuS-Halle umgebaut und renoviert, um den Anforderungen eines zeitgemäßen Sportbetriebs gerecht zu werden.

1984 gab Ernst Dietsche das Amt des 1. Vorsitzenden an Harald Zeier ab, der bis 1994 die Führung übernahm. In seiner Amtszeit wurden nach jahrzehntelangem „Kampf“ die Eigentumsverhältnisse des TuS-Grundstückes geklärt. Am 1.9.1986 wurde der Schenkungsvertrag unterzeichnet.
Nach Harald Zeier wollte man junges Blut in den Verein bringen. Mathias Wagner sollte es sein und hatte auch gleich ein großes Fest zu organisieren. 75 Jahre TuS Herten wurden groß gefeiert und als Neuerung wurde die TuS–Melda als kostenloses Info-Heft zum ersten Mal herausgegeben. Mathias Wagner trat dann freiwillig 1996 zurück, auf das hin Werner Haas 1997 das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm. Er war der Vorsitzende für das Großprojekt „Hallenan- und umbau“. Am 13.12.1997, 3 Monaten nach Beginn der Bauarbeiten, sprach Swen Wolpensinger als Mitglied und Zimmermann-Meister den Richtspruch:

„ Ob Jedermänner, Murer oder Zimmerma,
s´het jede si Hand a glegt do dra
selbscht d´ Frauegruppe hän g´hulfe Gott sei Dank
und d´ Männer versorgt mit Speis und Trank.
Jetzt soll´s für de Verein e Stätte si
wo Sportgeischt herrscht und Sunneschi.“

Dieser Spruch zeigt deutlich, dass das Vereinsleben funktioniert hat. Gemeinsam angepackt entstand ein Foyer, ein Umkleideraum und neue Duschen, sowie ein neuer Gymnastikraum, heute der Spiegelsaal genannt. 1999 war nach 6500 Arbeitsstunden die große Einweihung.

 

Ganz im Zeichen des Trends wurde im Jahr 2000 zum ersten Mal eine Frau an die Spitze des Vereins gewählt. Antje Müller, die bereits viele Jahre als Übungsleiterin tätig war und auch schon als Oberturnwartin fungiert hatte, brachte die „Verjüngung“ des Vorstands. Es folgten Abwechslung und neue Aktivitäten im Vereinsleben. Als Frau die aus dem Sport kommt, zeigte sie die neuen Sporttrends auf und versuchte Jung und Alt zu einem fröhlichen Miteinander zu bewegen. Frauenfasnacht und Jahresfeier wurden zu Höhepunkten im Vereinsjahr. Simon Hohler, den man als 1. Jugendvorsitzenden mit ins Boot nahm, brachte in die Jugendarbeit neue Bewegung. Wintersporttag, Lesenacht sowie Kinder- und Jugenddisco und der TuS-Dancing Day wurden ins Leben gerufen.

Auch was die Vereinshalle betrifft wurde weiter gewerkelt. Als Frau war ganz klar, die Küche kann nicht bleiben wie sie war. Wieder einmal zeigten die Vereinsmitglieder ihren großen Einsatz und so entstand eine größere, moderne Küche, in der es Spaß macht zu arbeiten.

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(Bild: heutige TuS Halle im Herbst)

 

2006, nach dem Rücktritt von Antje Müller, wurde Jean-Pierre Roschman zur Führungsspitze des Vereins gewählt. Mit dem Jubiläums-Gauturnfest im Rahmen der Grün 2007 und der 1200-Jahrfeier von Herten standen ihm große Aufgaben bevor.

Der TuS „Freiheit“ Herten ist ein lebendiger, moderner und zu allen Seiten hin offener Verein, ob sportlich oder gesellig, und will es bleiben. Er ist eine Einrichtung, die jede Form von Integration innerhalb des Ortes unterstützt und lebt.